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03.11.2026
English Whisky in Zahlen: Was sich gegenüber dem Vorjahr verändert hat

English Whisky in Zahlen: Was sich gegenüber dem Vorjahr verändert hat
Zwei Berichte, ein Vergleich
Die English Whisky Guild meldet 30 Prozent mehr Arbeitsplätze. Legt man den Bericht aus dem Vorjahr daneben, ergeben sich rund 54 Prozent. Solche Unterschiede sieht nur, wer beide Ausgaben vergleicht, und das lohnt sich auch an anderen Stellen.
Vor einem Jahr schrieb Morag Garden, Geschäftsführerin der Guild, englischer Whisky sei nicht länger das bestgehütete Geheimnis der Branche. In der neuen Ausgabe geht sie weiter: Die Kategorie werde nicht mehr als Neuling vorgestellt, sondern gelte als etabliert. Hier ist, was die Zahlen dazu sagen.
Die Zahlen im Vergleich
Brennereien: von mehr als 61 auf mehr als 70.
Brennereien, die bereits Whisky verkaufen: von 38 auf über 40.
Wert der reifenden Fässer: von rund 1,2 Milliarden Euro (1 Milliarde Pfund) auf rund 1,5 Milliarden Euro (1,25 Milliarden Pfund).
Besucher in den Brennereien: von 337.747 auf rund 500.000.
Vollzeitstellen: von 317 auf 488.
Exportmärkte: von rund 35 auf mehr als 30.
Was klar gewachsen ist
Unter den belastbaren Zahlen fällt der Tourismus am stärksten auf. Die Zahl der Besucher stieg innerhalb eines Jahres um rund 48 Prozent. Im Bericht von 2025 lag der Ausgangswert noch bei 250.000, die Besucherzahl hat sich also über beide Berichte hinweg ungefähr verdoppelt.
Auch der Wert der reifenden Fässer legte um rund 25 Prozent zu. Dabei handelt es sich um eine Schätzung der Guild auf Basis des aktuellen Bestands und des durchschnittlichen Flaschenpreises, nicht um erzielte Verkäufe.
Wo sich ein zweiter Blick lohnt
Die Arbeitsplätze: Der neue Bericht nennt 488 Stellen und ein Plus von 30 Prozent. Gegenüber den 317 Stellen aus dem Vorjahresbericht wären es jedoch rund 54 Prozent. Eine Erklärung dafür gibt der Bericht nicht. Denkbar ist aus unserer Sicht, dass die Basis gewechselt hat, denn die Angaben reichen in diesem Jahr ausdrücklich über die Mitglieder der Guild hinaus.
Die Exportmärkte: Von rund 35 auf mehr als 30 klingt nach einem Rückgang, belegt aber keinen. Beide Angaben sind gerundet, und die neue schließt 35 nicht aus.
Der Export: Neu auf der Zahlenseite ist der Asien-Pazifik-Raum: 78 Prozent der exportierenden Brennereien verkaufen dorthin, 89 Prozent nach Europa. Wie viele Brennereien überhaupt exportieren, steht nicht mehr auf der Zahlenseite. Im Bericht 2025 waren es 40 Prozent, bezogen auf 2024.
Der Absatz: Letztes Jahr nannte die Zahlenseite rund 50.000 verkaufte Kisten pro Jahr, mehr als 100 Neuerscheinungen und eine Produktionskapazität von rund 5 Millionen Litern. In diesem Jahr fehlen diese Werte dort. Stattdessen steht eine Prognose: Bis 2030 soll die Produktion um rund 40 Prozent steigen. Wir erfahren also mehr darüber, was kommen soll, als darüber, was verkauft wird.
Was das für Whiskyfreunde bedeutet
Mehr als 70 Brennereien, von denen erst über 40 Whisky verkaufen: Viele Häuser füllen bereits Fässer und haben noch keinen Whisky im Regal. In den kommenden Jahren dürften also neue Namen dazukommen.
Gleichzeitig soll das Etikett verlässlicher werden. Seit dem 1. Oktober 2026 gilt die geografische Angabe (GI). Das Programm startet laut Guild in den kommenden Monaten offiziell. Die GI verlangt unter anderem Getreide aus dem Vereinigten Königreich, englisches Wasser, Destillation in England und mindestens drei Jahre Reifung dort. Sie gilt allerdings nur für Hersteller, die die Bezeichnung nutzen. Nach Darstellung der Guild lehnt die Scotch Whisky Association die darin festgelegte Definition von „Single“ weiterhin ab, also Destillation an einem einzigen Standort.
Wer die Kategorie probieren möchte, findet auf Spiritory unter anderem The Lakes Mosaic, den White Peak Wire Works Port Cask, den Cotswolds Wychwood Harvest Edition und den Bimber 2016 French Edition.
Den vollständigen Bericht mit allen Porträts der Brennereien veröffentlicht die Guild auf ihrer Seite zum Annual Review. Dort stehen auch die Ausgaben der beiden Vorjahre.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Whisky-Brennereien gibt es in England?
Laut dem Annual Review 2026 der English Whisky Guild mehr als 70. Über 40 davon verkaufen bereits englischen Whisky.
Wie viel sind die reifenden Fässer in England wert?
Die Guild schätzt ihren Wert auf rund 1,5 Milliarden Euro (1,25 Milliarden Pfund), im Vorjahr waren es rund 1,2 Milliarden Euro (1 Milliarde Pfund). Grundlage sind der aktuelle Bestand und der durchschnittliche Flaschenpreis.
Wie stark ist die Zahl der Arbeitsplätze gestiegen?
Der Bericht 2026 nennt 488 Vollzeitstellen und ein Plus von 30 Prozent. Gegenüber den 317 Stellen im Bericht 2025 wären es rund 54 Prozent. Der Bericht erklärt diesen Unterschied nicht.
Wo kann man den Jahresbericht lesen?
Die Berichte von 2026, 2025 und 2024 stehen auf der Website der English Whisky Guild unter „Annual Review“.
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