Erreichen Sie Tausende Whisky & Spirituosen Liebhaber täglich
Was sind die besten deutschen Bourbon-Alternativen?
Folge Spiritory bei Google News und erhalte unsere neuesten Guides und Releases direkt in deinem Feed.

Was sind die besten deutschen Bourbon-Alternativen?
Das Wichtigste in Kürze
Die Brennerei Spreewood Distillers in Schlepzig, Brandenburg, destilliert ihren Stork Club Whiskey aus 100 % deutschem Roggen und lässt den Stork Club Straight Whiskey überwiegend in neuer amerikanischer Eiche reifen, eine naheliegende Wahl für Fans von Bourbon mit hohem Roggenanteil und amerikanischem Rye.
Die Destillerie SLYRS mit Sitz in Neuhaus am Schliersee in Oberbayern lässt ihren Classic Single Malt in neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifen und schreibt diesen Fässern die Vanille-, Malz- und Karamellaromen ihres Hausstils zu.
Nach EU-Recht darf eine Spirituose nur dann als Whisky verkauft werden, wenn sie mindestens drei Jahre in Holzfässern mit höchstens 700 Litern gereift ist, und sie muss mit mindestens 40 % vol. abgefüllt werden.
Außerhalb Deutschlands teilen schottische Malts aus Ex-Bourbon-Fässern viel vom Vanille- und Karamellcharakter des Bourbons.
Irischer Single Pot Still Whiskey, hergestellt aus gemälzter und ungemälzter Gerste in Pot Stills, ist ein weiterer naheliegender Schritt für Bourbon-Liebhaber, die europäischen Whisky entdecken.
Eine gute erste deutsche Flasche zum Nachschlagen ist SLYRS Classic auf Spiritory, dem Münchner Bid-and-Ask-Marktplatz für Spirituosen, der innerhalb der EU versendet.
Was Bourbon ausmacht und worauf man bei Alternativen achten sollte
Nach US-Bundesrecht muss Bourbon aus einer Maische mit mindestens 51 % Mais hergestellt, mit höchstens 160 Proof (80 % vol.) destilliert, mit höchstens 125 Proof (62,5 % vol.) in neue, ausgekohlte Eichenfässer gefüllt und mit mindestens 80 Proof (40 % vol.) abgefüllt werden, ohne Zusatz von Farb- oder Aromastoffen. Zusammen mit dem Charakter, den jede Destillerie ihrem Destillat verleiht, prägen diese Regeln den Stil: Mais bringt Süße und Körper, neue ausgekohlte Eiche bringt Vanille, Karamell und Würze. Wer nach Alternativen sucht, ob aus Deutschland oder international, sollte genau auf diese Punkte achten.
Die Rolle der Eiche für den Charakter von Bourbon
Neue, ausgekohlte Eiche ist für vieles verantwortlich, was Bourbon-Trinker lieben. Beim Auskohlen wird das Lignin des Holzes zu Vanillin abgebaut, das Vanille- und Toffeenoten liefert, und die Holzzucker karamellisieren, während Eichenlactone Kokosnoten beisteuern. Amerikanische Weißeiche enthält deutlich mehr dieser Lactone als europäische Eiche. Whisky, der in neuer amerikanischer Eiche reift, kann daher einen erkennbar bourbonähnlichen Charakter zeigen, auch wenn er aus einem anderen Getreide stammt.
Getreide und Süße
Mais, der mindestens 51 % einer Bourbon-Maische ausmachen muss, wird weithin mit der Süße und dem Körper von Bourbon verbunden. Die beiden deutschen Whiskys in diesem Ratgeber kommen ohne ihn aus: SLYRS Classic ist ein Single Malt, was nach EU-Recht bedeutet, dass er ausschließlich aus gemälzter Gerste in einer einzigen Destillerie gebrannt wird, und Stork Club wird aus 100 % deutschem Roggen destilliert. Was sie dem Bourbon näherbringt, ist das Holz. Neue Fässer aus amerikanischer Eiche und Ex-Bourbon-Fässer aus demselben Holz können einem Gersten- oder Roggendestillat die Vanille- und Karamellsüße verleihen, die Bourbon-Trinker wiedererkennen.
Wo deutsche Destillerien die Lücke schließen
Beide Hersteller in diesem Ratgeber wählen ihr Holz gezielt mit Blick auf diese Wirkung. Bei SLYRS reift der Classic Single Malt in neuer amerikanischer Weißeiche, und die Destillerie schreibt diesen Fässern die Vanille-, Malz- und Karamellaromen ihres Hausstils zu. Bei Spreewood Distillers reift der Stork Club Straight Whiskey überwiegend in neuen, individuell getoasteten Fässern aus amerikanischer Eiche, um Aromen von Karamell, Kokosnuss und Vanille zu erzielen; die Brennerei bezeichnet ihn als europäische Antwort auf amerikanischen Whiskey.
Spreewood: Stork Club Roggenwhiskey aus Brandenburg
Spreewood Distillers mit Sitz in Schlepzig im brandenburgischen Spreewald stellt den Stork Club Whiskey aus 100 % deutschem Roggen her. Für Bourbon-Liebhaber, deren Gaumen auch Rye schätzt, also das Getreide hinter der würzigeren Seite von Bourbons mit hohem Roggenanteil, ist er eine eigenständige europäische Alternative. Die Brennerei bezeichnet den Stork Club Full Proof Rye Whiskey (55 % vol.) als ihr Aushängeschild: Er reift in amerikanischer und deutscher Eiche sowie in Ex-Wein- und Ex-Sherryfässern und wird nahezu in Fassstärke abgefüllt.
Geschmacksprofil und Charakter
Der Stork Club Straight Whiskey (45 % vol.) reift überwiegend in neuen, individuell getoasteten Fässern aus amerikanischer Eiche, ergänzt durch einen kleineren Anteil an Fässern aus mindestens 250 Jahre alter deutscher Eiche. Spreewood beschreibt Noten von Frucht, hellem Karamell, Vanille, Kokosnuss, dunklen Gewürzen, Kaffee und schwarzem Pfeffer. Für den Full Proof nennt die Brennerei Butterscotch und schwarzen Pfeffer, reife Eiche, saftiges Getreide, leichte Vanille, getrocknete Früchte und einen Hauch Nelke. Bei beiden stehen Pfeffer und Würze neben der Holzsüße, sodass sie trockener und würziger wirken als ein klassischer Bourbon und denselben Umgang belohnen wie ein guter Rye: pur und mit Zeit, sich im Glas zu öffnen.
So nähern sich Bourbon-Trinker dem Whisky
Roggenwhisky, ob deutsch oder amerikanisch, zeigt oft mehr Komplexität, je länger er sich öffnet. Ein paar Tropfen stilles Wasser können die Würze abmildern und das Getreide hervorheben. Wer Bourbon mit hohem Roggenanteil oder amerikanischen Rye Whiskey mag, dürfte sich bei Stork Club schnell zu Hause fühlen, auch wenn er aus deutschem Roggen in Brandenburg entsteht.
Tipp: Wer deutschen und amerikanischen Rye vergleicht, sollte wissen, dass die Regeln unterschiedlich sind. Nach EU-Recht darf eine Spirituose erst nach mindestens drei Jahren in Holzfässern als Whisky verkauft werden, während das US-Recht für Rye Whisky keine Mindestlagerzeit vorschreibt, es sei denn, er trägt die Bezeichnung straight, die mindestens zwei Jahre verlangt.
SLYRS: Bayerischer Single Malt aus neuer amerikanischer Eiche
Bei SLYRS wurde 1999 der erste Single Malt destilliert; die Destillerie hat ihren Sitz in Neuhaus am Schliersee in Oberbayern. Für Bourbon-Liebhaber, die deutschen Whisky entdecken, ist sie ein klarer Einstiegspunkt: Ihr Classic Single Malt reift in neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche, eine bewusste Entscheidung, der SLYRS die Vanille-, Malz- und Karamellaromen des Hausstils zuschreibt.
SLYRS Classic und neue amerikanische Eiche
SLYRS Classic (43 % vol.) ist der zentrale Single Malt der Destillerie. SLYRS beschreibt in der Nase Aprikose, Orangenschale, frischen Ingwer und Karamell, am Gaumen eine spürbare Süße mit Marzipan und Walnüssen und einen langen Nachklang mit würzigen Zimtnoten. Er ist kein Bourbon: Als Single Malt wird er ausschließlich aus gemälzter Gerste gebrannt, doch das neue Holz schafft ein gemeinsames Vokabular mit Bourbon, das ihn zu einem natürlichen Übergangswhisky macht.
SLYRS Finishes und Rye für weitere Entdeckungen
SLYRS brachte 2010 die ersten Finishes, Pedro Ximénez und Oloroso, heraus und hat seitdem weitere wie Amontillado, Port, Marsala und Rum ergänzt. Der SLYRS Rum Cask Finish (46 % vol.) reift etwa fünf Jahre in amerikanischer Weißeiche, bevor er in Fässer umgefüllt wird, in denen zuvor karibischer Rum lagerte; SLYRS beschreibt zunächst Vanille, dann Röstaromen mit Orange und Honig, und der Whisky wurde beim Meininger's International Spirits Award zum Deutschen Whisky des Jahres 2023 gekürt. Außerdem bietet SLYRS den Bavarian RYE (41 % vol.) an, dessen Maische vom Roggen dominiert und durch kleinere Anteile Gerste und Weizen ergänzt wird; der erste SLYRS Bavarian RYE erschien 2020.
Internationale Alternativen jenseits von Deutschland
Über die deutsche Produktion hinaus sind auch mehrere internationale Whiskystile gute Alternativen für Bourbon-Liebhaber. Jeder bringt seine eigene Version der Süße, des Holzes und des Körpers mit, die Bourbon ausmachen.
Highland- und Speyside-Malts aus Ex-Bourbon-Fässern
Ex-Bourbon-Fässer prägen seit Langem die Reifung von Scotch Whisky: Laut Whisky Magazine machten sie bereits im Jahr 2000 mehr als 95 Prozent der genutzten Fässer aus. Da sie aus amerikanischer Eiche bestehen, verleihen sie dem Whisky einen süßeren Geschmack mit Noten von Vanille, Karamell und Kokosnuss, ein Charakter, der sich mit der süßen Grundlage von Bourbon überschneidet. Single Malts aus den Highlands und der Speyside, die überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern gereift sind, bieten einen leicht zugänglichen Einstieg.
Irischer Single Pot Still als Brücke zum Bourbon
Irischer Single Pot Still Whiskey wird in einer einzigen Destillerie in Pot Stills aus einer Maische mit mindestens 30 % gemälzter und mindestens 30 % ungemälzter Gerste gebrannt. Das technische Dossier für Irish Whiskey schreibt der ungemälzten Gerste einen unverwechselbar würzigen Geschmack und ein cremiges Mundgefühl zu, was den Stil zu einer leichten Brücke vom Bourbon macht. Die Regeln erlauben neue Fässer ebenso wie Fässer, in denen zuvor Bourbon, Sherry, Portwein oder Madeira lagerte; Abfüllungen, die größtenteils in Ex-Bourbon-Fässern gereift sind, passen daher am besten zu einem Bourbon-Gaumen.
Eine Sammlung mit bourbonnahen Aromen aufbauen
Für Sammler in Deutschland, die Bourbon lieben, eröffnet eine Sammlung rund um bourbonnahe Aromen eine deutlich größere Auswahl an Flaschen. Betrachten Sie sie in erster Linie als Genuss- und Sammelprojekt: Whiskypreise können fallen wie steigen, und laut dem Wealth Report 2025 von Knight Frank lagen die Werte für seltene Whiskys Ende 2024 um 19,3 % unter dem Höchststand des Marktes im Sommer 2022.
Einstieg mit zugänglichem deutschem Craft Whisky
SLYRS Classic und Stork Club Straight Whiskey sind naheliegende Ausgangspunkte. Beide gehören zum regulären Sortiment und sind keine limitierten Editionen, und beide setzen weitgehend auf neue amerikanische Eiche. Damit sind sie ein nützlicher Maßstab für den deutschen Stil, bevor Sie zu Finishes oder limitierten Abfüllungen übergehen.
Flaschen aus etablierten Kategorien ergänzen
Limitierte Jahresabfüllungen von Destillerien aus Kentucky sind für sammelnde Bourbon-Liebhaber ein naheliegender nächster Schritt. Vergleichen Sie vor einem Aufpreis die jüngsten Preise und betrachten Sie jede künftige Wertsteigerung als ungewiss. Spiritory ist ein Münchner Bid-and-Ask-Marktplatz für Spirituosen, der innerhalb der EU versendet.
Tipp: Wenn Sie deutschen Whisky als Bourbon-Alternative erkunden, beginnen Sie mit der zentralen Abfüllung einer Destillerie aus amerikanischer Eiche, etwa SLYRS Classic, bevor Sie zu Finishes wechseln. So haben Sie einen Maßstab für den Hausstil, bevor Sie entdecken, wie andere Fässer ihn verändern.
Häufig gestellte Fragen
Kann deutscher Whisky als Bourbon eingestuft werden?
Nein. Nach US-Bundesrecht darf nur Whisky Bourbon heißen, der in den Vereinigten Staaten destilliert und gereift wurde. Er muss aus einer Maische mit mindestens 51 % Mais bestehen, mit höchstens 160 Proof destilliert, mit höchstens 125 Proof in neuen, ausgekohlten Eichenfässern gelagert und mit mindestens 80 Proof abgefüllt werden. Deutscher Whisky in ähnlichem Stil darf diesen Namen nicht tragen. Viele europäische Whiskys reifen in Fässern, in denen zuvor Bourbon lagerte, doch das macht sie zu Whiskys aus Ex-Bourbon-Fässern, nicht zu Bourbon. Mehr zu den Unterschieden der beiden Stile lesen Sie in Bourbon vs. Scotch: Die wahren Unterschiede erklärt.
Warum schmeckt deutscher Whisky anders als Scotch?
Deutsche Destillerien arbeiten außerhalb der Scotch Whisky Regulations, die festlegen, wie Scotch Whisky hergestellt werden muss. Deutscher Whisky muss stattdessen die EU-Vorschriften für Spirituosen erfüllen, die mindestens drei Jahre Reifung in Holzfässern mit höchstens 700 Litern und mindestens 40 % vol. vorschreiben, den Brennereien aber viel Freiheit bei der Wahl von Getreide und Fässern lassen. Die Whiskys in diesem Ratgeber zeigen diese Freiheit: Stork Club wird aus 100 % Roggen destilliert, und bei SLYRS reift der Classic in neuer amerikanischer Weißeiche, während bei Scotch seit Langem Ex-Bourbon-Fässer die Reifung prägen.
Welcher deutsche Whisky ist für Bourbon-Trinker am meisten zu empfehlen?
SLYRS Classic ist für die meisten Bourbon-Trinker ein sinnvoller Einstieg, weil er in neuer amerikanischer Weißeiche reift, der die Destillerie seine Vanille- und Karamellaromen zuschreibt. Der Stork Club Straight Whiskey, aus 100 % deutschem Roggen destilliert und überwiegend in neuer amerikanischer Eiche gereift, passt besonders zu Fans von Bourbon mit hohem Roggenanteil und amerikanischem Rye Whiskey.
Lohnt es sich, deutsche Craft Whiskys als Geldanlage zu sammeln?
Deutscher Whisky ist noch eine junge Kategorie: Blaue Maus in Eggolsheim, nach eigenen Angaben Deutschlands älteste Single Malt Whiskydestillerie, destillierte 1983 erstmals Malt Whisky. Die Preise für seltene Whiskys können generell fallen wie steigen, und laut Knight Frank erreichte der Markt für seltenen Whisky im Sommer 2022 seinen Höchststand. Kaufen Sie Flaschen, die Sie gern öffnen würden, prüfen Sie vor einem Aufpreis die jüngsten Preise und sehen Sie eine mögliche Wertsteigerung als Bonus, nicht als Plan.
- Das Wichtigste in Kürze
- Was Bourbon ausmacht und worauf man bei Alternativen achten sollte
- Spreewood: Stork Club Roggenwhiskey aus Brandenburg
- SLYRS: Bayerischer Single Malt aus neuer amerikanischer Eiche
- Internationale Alternativen jenseits von Deutschland
- Eine Sammlung mit bourbonnahen Aromen aufbauen
- Häufig gestellte Fragen
Über den Autor

Janis Wilczura
I started my Whisky journey like many others - I have had a friend who was already into it. After some time in Montreal I moved to Munich in 2015 where I met one of my best friends Ferdinand who was passionate about Whisky already and shared his enthusiasm with me. I fell in love with this product and today I can say that Whisky is more for me than just "Alcohol" it's craftmanship, art and truly something special. Over the course of the past years I have managed to become one of the leading experts in Whisky in Germany featuring articles ar BILD.de, Handelsblatt, Sueddeutsche, Playboy, Business Punk and many more.
Zum Autor