Erreichen Sie Tausende Whisky & Spirituosen Liebhaber täglich
Wie viele Whiskybrennereien gibt es 2026 in Deutschland?
Folge Spiritory bei Google News und erhalte unsere neuesten Guides und Releases direkt in deinem Feed.

Wie viele Whiskybrennereien gibt es 2026 in Deutschland?
Das Wichtigste in Kürze
In Deutschland gibt es kein offizielles Register der Whiskybrennereien, daher sollte jede einzelne Zahl in Schlagzeilen mit Vorsicht betrachtet werden.
Der 2012 gegründete Verband Deutscher Whiskybrenner zählt mehr als 50 handwerkliche Brennereien zu seinen Mitgliedern; das ist die verlässlichste feste Zahl, die es gibt.
Die Gesamtzahl der Hersteller, die Whisky produzieren, liegt deutlich höher, weil viele etablierte Obstbrand- und Schnapsbrennereien Whisky in ihr Sortiment aufgenommen haben.
Bayern und Baden-Württemberg beheimaten zusammen mehr als 80 Prozent der deutschen Whiskybrennereien; zu den bekanntesten Namen zählt SLYRS.
Blaue Maus in Franken ist die älteste Single-Malt-Whisky-Brennerei Deutschlands; die erste Malzdestillation fand dort 1983 statt.
Deutscher Whisky wird durch die EU-Verordnung 2019/787 definiert, die eine Reifung von mindestens drei Jahren in Holzfässern vorschreibt.
Warum es keine eindeutige Zahl gibt
Kein offizielles Register
Deutschland führt kein zentrales Register der Whiskybrennereien, weshalb genaue Zahlen tatsächlich schwer zu ermitteln sind. Der verlässlichste feste Bezugspunkt ist der Verband Deutscher Whiskybrenner, der 2012 gegründete Zusammenschluss deutscher Whiskybrenner, zu dessen Mitgliedern mehr als 50 handwerkliche Brennereien sowie eine Gruppe von Fördermitgliedern zählen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig, daher liegt die tatsächliche Zahl der Brennereien, die Whisky herstellen, über der Mitgliederzahl des Verbands.
Die Tradition des Schnapsbrennens
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie mit der Struktur des deutschen Brennereiwesens zusammenhängt. Es gibt Tausende kleiner Abfindungsbrenner, viele davon im Süden des Landes, die jeweils nur wenige hundert Liter Alkohol pro Jahr erzeugen, sowie eine große Zahl alteingesessener Familienbrennereien, die seit Generationen Obstbrände und Schnäpse herstellen. Nur eine Handvoll deutscher Brennereien produziert ausschließlich Whisky. Viele andere haben Whisky in ein bestehendes Sortiment aufgenommen, weshalb die Zählungen so stark schwanken, je nachdem, ob ein Hersteller mit einer einzigen Whiskyabfüllung mitgezählt wird.
Wachstum seit den 1980er-Jahren
Die deutsche Single-Malt-Produktion begann ernsthaft in den 1980er-Jahren, als Robert Fleischmann 1983 die erste Malzdestillation in der späteren Brennerei Blaue Maus durchführte. 1999 folgte SLYRS, und die 2010er-Jahre brachten eine deutlich breitere Welle von Neugründungen, als das handwerkliche Brennen zu einem glaubwürdigen Geschäftsmodell wurde und das Interesse der Verbraucher an Spirituosen aus heimischer Herstellung wuchs. 2026 ist aus dieser Welle eine erkennbare Kategorie geworden, mit Vertrieb in ganz Europa und einem entstehenden Sekundärmarkt.
Regionale Verteilung
Bayern und Baden-Württemberg
Bayern und Baden-Württemberg sind das Herz des deutschen Whiskys und beheimaten zusammen mehr als 80 Prozent der Whiskybrennereien des Landes. In Bayern zählt SLYRS bei Schliersee international zu den bekanntesten deutschen Single Malts. Die tief verwurzelte Tradition kleiner Obstbrennereien hat Baden-Württemberg zu einer natürlichen Heimat für Hersteller gemacht, die ihr etabliertes Sortiment um Whisky erweitern.
Franken
Franken, der nördliche Teil Bayerns, ist die Heimat von Blaue Maus in Eggolsheim, der ältesten Single-Malt-Whisky-Brennerei Deutschlands. Ebenfalls in der Region liegt St. Kilian Distillers in Rüdenau, einer der prominentesten Namen der jüngeren Generation deutscher Whiskyhersteller.
Ostdeutschland
Brandenburg und der Osten des Landes insgesamt zählen weniger Brennereien, von denen einige mit Roggen und getreidebetonten Stilen arbeiten, die sich von bayerischen Single Malts abheben. Spreewood Distillers in Schlepzig ist eine der bekanntesten, mit einem Schwerpunkt auf Roggen, der eher Vergleiche mit amerikanischem und kanadischem Whiskey als mit Scotch nahelegt. Diese regionale Vielfalt macht einen Teil des Reizes aus, den deutscher Whisky für Sammler hat, die stilistische Bandbreite schätzen.
Weitere Regionen
Die übrigen Brennereien verteilen sich auf den Rest des Landes, darunter das Rheinland, Westfalen und Norddeutschland. Viele arbeiten in sehr kleinem Maßstab und produzieren begrenzte Mengen für regionale Märkte; einige könnten mit dem Ausbau des Vertriebs größere Sichtbarkeit erlangen.
Tipp: Wer deutschen Whisky für eine Sammlung sucht, sollte Hersteller mit dokumentierten Reifungsnachweisen und Altersangaben bevorzugen. Sie bieten die verlässlichste Grundlage für Vergleiche am Sekundärmarkt.
Regeln und Standards: die EU-Spirituosenverordnung
Der rechtliche Rahmen
Ein eigenes nationales Whiskygesetz gibt es in Deutschland nicht. Deutscher Whisky wird durch die EU-Verordnung 2019/787 definiert, die seit dem 25. Mai 2021 in der gesamten Europäischen Union gilt und die frühere Verordnung 110/2008 ersetzt hat. Deutschland wendet sie genauso an wie alle anderen Mitgliedstaaten.
Was die Verordnung vorschreibt
Um als Whisky verkauft werden zu dürfen, muss die Spirituose aus einer Maische aus gemälztem Getreide, mit oder ohne ganze Körner anderer Getreidearten, hergestellt, auf weniger als 94,8 % vol. destilliert, mindestens drei Jahre in Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von höchstens 700 Litern gereift und mit mindestens 40 % vol. abgefüllt werden. Anders als die Scotch Whisky Regulations schreiben die EU-Regeln für Malt Whisky keine Destillation in Brennblasen (Pot Stills) vor, was deutschen Herstellern mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Anlagen lässt.
Was das für Sammler bedeutet
Die Mindestreifezeit von drei Jahren stellt sicher, dass kein deutscher Whisky auf den Markt kommt, bevor er eine nennenswerte Zeit im Holz verbracht hat. Für Sammler ist diese Untergrenze beruhigend, auch wenn die begehrtesten Abfüllungen in der Regel deutlich älter sind als das gesetzliche Minimum.
Brennereien, die die Kategorie prägen
Blaue Maus
Blaue Maus in Eggolsheim brennt seit 1983 Single Malt, länger als jede andere deutsche Brennerei, und ist bis heute ein Betrieb der Familie Fleischmann. Die Abfüllungen sind typischerweise Single Casks in kleinen Chargen, weshalb ältere Editionen tatsächlich schwer zu finden sind.
SLYRS
SLYRS, 1999 bei Schliersee gegründet, zählt auch jenseits der deutschen Grenzen zu den bekanntesten deutschen Single Malts. Die Brennerei verbindet ein beständiges Kernsortiment mit limitierten und Sondereditionen, die bei Sammlern Aufmerksamkeit finden.
Spreewood
Spreewood steht für den sichtbarsten Beitrag Ostdeutschlands zur Whiskykategorie. Der roggenbetonte Charakter hebt die Brennerei von bayerischen Single Malts ab und verschafft ihr eine eigenständige Position im Markt. Für Sammler, die sich für die stilistische Vielfalt des deutschen Whiskys interessieren, ist Spreewood ein wichtiger Bezugspunkt.
Warum die Zahl wächst
Craft Spirits und Verbrauchernachfrage
Die weltweite Craft-Spirits-Bewegung hat das deutsche Brennereiwesen spürbar geprägt. Die Nachfrage nach lokal hergestellten Spirituosen mit transparenter Herkunft und eigenständigem regionalem Charakter hat etablierte Obstbrand- und Schnapsbrennereien ermutigt, Whisky aufzunehmen, und Neueinsteiger dazu bewogen, reine Whiskybrennereien aufzubauen.
Investitionen und Infrastruktur
Je reifer die Kategorie wird, desto besser wird auch die Infrastruktur, die sie trägt. Spezialisierte Importeure, unabhängige Abfüller und Plattformen wie Spiritory haben deutschen Whisky für Sammler in ganz Europa zugänglicher gemacht, was wiederum wirtschaftliche Anreize für neue Produktion schafft.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Whiskybrennereien gibt es 2026 in Deutschland?
Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Der Verband Deutscher Whiskybrenner zählt mehr als 50 handwerkliche Brennereien zu seinen Mitgliedern, und die Gesamtzahl der Hersteller, die zumindest etwas Whisky produzieren, liegt deutlich höher, weil viele etablierte Obstbrand- und Schnapsbrennereien Whisky in ihr Sortiment aufgenommen haben.
Welche Region in Deutschland hat die meisten Whiskybrennereien?
Bayern und Baden-Württemberg beheimaten zusammen mehr als 80 Prozent der deutschen Whiskybrennereien. Beide Regionen verbinden eine lange Tradition des Brennens im kleinen Maßstab mit dem Zugang zu Getreide aus der Region.
Gelten für deutschen Whisky dieselben Regeln wie für Scotch?
Nein. Deutscher Whisky wird durch die EU-Verordnung 2019/787 definiert, die eine Mindestreifung von drei Jahren in Holzfässern und eine Mindestabfüllstärke von 40 % vol. festlegt. Scotch unterliegt den strengeren Scotch Whisky Regulations, die zusätzlich die Reifung in Schottland in Eichenfässern und die Destillation in Pot Stills für Single Malt vorschreiben.
Wo kann ich deutschen Whisky online kaufen?
Spiritory bietet deutsche Whiskys verschiedener Hersteller mit transparenten Preisen auf Basis von Kauf- und Verkaufsgeboten an.
Ist Blaue Maus wirklich die älteste Whiskybrennerei Deutschlands?
Blaue Maus im fränkischen Eggolsheim gilt als älteste Single-Malt-Whisky-Brennerei Deutschlands. Robert Fleischmann führte dort 1983 die erste Malzdestillation durch, und die Familie stellt dort seit mehr als 40 Jahren Single Cask Single Malt Whisky her.
Über den Autor

Janis Wilczura
I started my Whisky journey like many others - I have had a friend who was already into it. After some time in Montreal I moved to Munich in 2015 where I met one of my best friends Ferdinand who was passionate about Whisky already and shared his enthusiasm with me. I fell in love with this product and today I can say that Whisky is more for me than just "Alcohol" it's craftmanship, art and truly something special. Over the course of the past years I have managed to become one of the leading experts in Whisky in Germany featuring articles ar BILD.de, Handelsblatt, Sueddeutsche, Playboy, Business Punk and many more.
Zum Autor