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Was ist der Unterschied zwischen Whisky und Whiskey?
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Was ist der Unterschied zwischen Whisky und Whiskey?
Das Wichtigste in Kürze
Whisky und Whiskey sind zwei Schreibweisen desselben Wortes. Keine von beiden steht für eine Herstellungsmethode, einen Stil oder eine Qualitätsstufe.
Scotch sowie japanischer und kanadischer Whisky werden in der Regel ohne e geschrieben. Irischer Whiskey und der Großteil des amerikanischen Whiskeys behalten es.
Die Verordnung (EU) 2019/787 nennt die Kategorie „Whisky oder Whiskey“ und erlaubt beide Formen. Die Bundesvorschriften der USA verwenden Whisky als Standardschreibweise, lassen aber Whiskey zu.
Die irische geografische Angabe erlaubt sowohl Irish Whiskey als auch Irish Whisky, auch wenn die Schreibweise mit e die übliche ist.
Beide Schreibweisen gehen auf den gälischen Ausdruck für „Wasser des Lebens“ zurück: uisce beatha im Irischen, uisge beatha im schottischen Gälisch.
Echte Stilunterschiede entstehen durch Getreide, Brennblasen, die Zahl der Destillationen, Fässer und Reifung.
Tipp: Um eine Flasche einzuschätzen, lohnt sich ein Blick auf den Rest des Etiketts. Die Kategorie, etwa Single Malt Scotch Whisky oder Pot Still Irish Whiskey, sowie Altersangabe und Fassdetails sagen weit mehr über den Stil aus als die Frage, ob das Wort ein e hat.
Wer welche Schreibweise verwendet
Die Aufteilung folgt nationaler Gewohnheit. Schottland schreibt Whisky, ebenso die Hersteller in Japan und Kanada. Irland schreibt üblicherweise Whiskey, und die meisten amerikanischen Hersteller halten es genauso. Auch viele Brennereien in jüngeren Whiskyländern verwenden die schottische Form, zum Beispiel Kavalan in Taiwan und SLYRS in Bayern.
Die Gewohnheit ist stark, aber keine Herkunftsregel. Ein Etikett mit dem Wort Whiskey beweist nicht, dass eine Flasche aus Irland oder den USA stammt, und ein Etikett mit dem Wort Whisky schließt das nicht aus.
Was das Recht sagt
In der Europäischen Union definiert die Verordnung (EU) 2019/787 die Kategorie „Whisky oder Whiskey“ und lässt beide rechtlichen Bezeichnungen zu. Unter anderem muss die Spirituose aus einer Maische aus gemälztem Getreide, mit oder ohne ganze Körner von ungemälztem Getreide, mit weniger als 94,8 % vol. destilliert, mindestens drei Jahre in Holzfässern mit höchstens 700 Litern Fassungsvermögen gereift und mit mindestens 40 % vol. abgefüllt werden. Eine bestimmte Art von Brennblase schreibt die Verordnung nicht vor.
Im Vereinigten Königreich verwenden die Scotch Whisky Regulations 2009 ausschließlich die Schreibweise Whisky. Scotch muss in Schottland mindestens drei Jahre in Eichenfässern mit höchstens 700 Litern reifen, und jede Flasche muss auf der Vorderseite eine von fünf Kategorien tragen: Single Malt Scotch Whisky, Single Grain Scotch Whisky, Blended Malt Scotch Whisky, Blended Grain Scotch Whisky oder Blended Scotch Whisky.
In den USA verwendet die Bundesvorschrift 27 CFR 5.143 Whisky als Standardschreibweise und hält fest, dass das Wort als Whisky oder Whiskey geschrieben werden darf. Bourbon etwa muss aus einer Maische mit mindestens 51 % Mais bestehen, mit höchstens 160 Proof destilliert und mit höchstens 125 Proof in neue, ausgekohlte Eichenfässer gefüllt werden. Wie jeder Whisky nach diesen Vorschriften muss er mit mindestens 80 Proof abgefüllt werden, also mit 40 % vol.
Irland und die USA
Die irische geografische Angabe ist als Irish Whiskey/Uisce Beatha Eireannach/Irish Whisky eingetragen. Ihre technische Unterlage hält fest, dass beide englischen Schreibweisen zulässig sind und Irish Whiskey mit e die übliche Bezeichnung ist. In den USA ist Whiskey die gängige Schreibweise der Hersteller, aber nicht die einzige: Maker's Mark etwa nennt seinen Bourbon Kentucky Straight Bourbon Whisky.
Woher die beiden Schreibweisen stammen
Beide Schreibweisen gehen auf den gälischen Namen der Spirituose zurück, „Wasser des Lebens“: uisce beatha im Irischen und uisge beatha im schottischen Gälisch. Der Ausdruck ist wahrscheinlich eine Übersetzung des mittellateinischen aqua vitae. Im Lauf der Jahrhunderte passte das Englische ihn an, über Formen wie usquebaugh, bis sich kürzere Formen wie whisky durchsetzten.
Die Trennung der beiden Schreibweisen ist eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Laut der technischen Unterlage zum Irish Whiskey führten die großen Dubliner Brennereien jener Zeit die Schreibweise mit e ein, um ihren Whiskey von Scotch und von Whiskey aus anderen Teilen Irlands abzuheben. Der Gebrauch blieb jedoch lange uneinheitlich. Eine bekannte Streitschrift gegen Grain Whisky, die führende irische Brenner im späten 19. Jahrhundert veröffentlichten, trug den Titel Truths About Whisky, ohne e, und einige irische Marken blieben bis weit ins 20. Jahrhundert bei der schottischen Schreibweise.
In den USA wurde Whiskey zur gängigen Schreibweise. Eine verbreitete Theorie führt das auf die irische Einwanderung zurück, doch es bleibt eine Theorie, und der amerikanische Gebrauch war nie einheitlich.
Was die Royal Commission tatsächlich entschied
Einer verbreiteten Geschichte zufolge legte eine britische Royal Commission die Schreibweisen 1908 oder 1909 fest. Die Quellen bestätigen das nicht. Die Royal Commission on Whiskey and Other Potable Spirits wurde im Februar 1908 eingesetzt und legte 1909 ihren Abschlussbericht vor. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Fragen, ob der Begriff Whiskey auf Destillat aus Pot Stills beschränkt werden sollte und ob Destillat aus kontinuierlich arbeitenden Patent Stills diesen Namen tragen durfte. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die verwendeten Brennapparate keinen Beschränkungen unterliegen sollten, und definierte Whiskey als Spirituose, die durch Destillation einer mit der Diastase des Malzes verzuckerten Getreidemaische gewonnen wird, wobei Scotch Whiskey in Schottland und Irish Whiskey in Irland destilliert wird. Der Bericht schreibt Scotch Whiskey mit e und legt für kein Land eine Schreibweise fest.
Spiegelt die Schreibweise einen Unterschied in der Herstellung wider?
Nein. Nach den Vorschriften der EU, des Vereinigten Königreichs und der USA steht keine der beiden Schreibweisen für eine Herstellungsmethode, einen Stil oder eine Qualitätsstufe. Ein getorfter Single Malt von Islay und ein Pot Still Irish Whiskey können sehr unterschiedlich schmecken, doch der Unterschied liegt in ihrer Herstellung, nicht in den Buchstaben auf dem Etikett.
Die Vorstellung, Whiskey stehe für eine leichtere und Whisky für eine schwerere oder komplexere Spirituose, findet in diesen Vorschriften keine Grundlage. Leichte wie kräftige Stile gibt es unter beiden Schreibweisen.
Was den Geschmack wirklich prägt
Der erste Faktor ist das Getreide. Single Malt Scotch Whisky entsteht ausschließlich aus gemälzter Gerste, und Bourbon muss mindestens 51 % Mais enthalten. Pot Still Irish Whiskey verbindet gemälzte und ungemälzte Gerste, und seine technische Unterlage schreibt der ungemälzten Gerste einen würzigen Geschmack und eine cremige Textur zu.
Auch die Brennblase und die Zahl der Destillationen spielen eine Rolle. Single Malt Scotch Whisky muss in Pot Stills destilliert werden, während Grain Whisky meist in Kolonnenbrennanlagen entsteht. Die Dreifachdestillation ist in Irland die traditionelle Praxis, aber keine gesetzliche Pflicht, und irischer Malt Whiskey darf je nach Brennerei zwei oder drei Mal destilliert werden. Die meisten schottischen Brennereien destillieren zweifach, einige, etwa Auchentoshan in den Lowlands, jedoch dreifach.
Schließlich prägen Fasstyp, Reifedauer und Entscheidungen beim Blending die fertige Spirituose, ganz gleich, wie das Wort geschrieben wird.
Tipp: Kennzeichnungsvorschriften können sich ändern. Den genauen, aktuellen Wortlaut finden Sie in den offiziellen Quellen: die Verordnung (EU) 2019/787 auf EUR-Lex (eur-lex.europa.eu), die Scotch Whisky Regulations 2009 auf legislation.gov.uk und 27 CFR 5.143 auf ecfr.gov.
Häufig gestellte Fragen
Darf ein Scotch Whisky als „Whiskey“ etikettiert werden?
In der Praxis nein. Die Scotch Whisky Regulations 2009 schreiben vor, dass die Kategorie, etwa Single Malt Scotch Whisky oder Blended Scotch Whisky, auf der Vorderseite jeder Flasche steht, und alle fünf Kategorienamen werden ohne e geschrieben.
Schreiben alle irischen und amerikanischen Hersteller „Whiskey“?
Nein. Die irische geografische Angabe erlaubt sowohl Irish Whiskey als auch Irish Whisky, auch wenn das e üblich ist. Die Bundesvorschriften der USA akzeptieren beide Schreibweisen, und einige amerikanische Hersteller, etwa Maker's Mark, schreiben Whisky.
Warum verwendet japanischer Whisky die schottische Schreibweise?
Japanischer Whisky entstand nach schottischem Vorbild. Masataka Taketsuru kam 1918 nach Glasgow, studierte an der University of Glasgow organische Chemie und absolvierte eine Lehrzeit in der Hazelburn Distillery in Campbeltown. Zurück in Japan beaufsichtigte er den Bau der Brennerei Yamazaki bei Osaka und gründete 1934 das Unternehmen, aus dem Nikka hervorging, mit der ersten Brennerei in Yoichi auf Hokkaido. Nikka und Suntory schreiben im Englischen beide whisky.
Ist eine Schreibweise richtiger als die andere?
Nein. Beide sind richtig, und die Vorschriften der EU und der USA akzeptieren beide. Wo nationale Vorschriften einen Stil benennen, sollte man ihnen folgen: Im Vereinigten Königreich lauten die Kategorien für Scotch auf Whisky, und die kanadischen Food and Drug Regulations sprechen von Canadian whisky. Ansonsten ist die Schreibweise auf dem Etikett des Herstellers der beste Maßstab.
Über den Autor

Janis Wilczura
I'm one of Germany's leading whisky experts, featured in Handelsblatt and BILD. To me, whisky is craftsmanship and art.
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