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7 Tipps für die erste Whiskymesse
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7 Tipps für die erste Whiskymesse
Wer zum ersten Mal auf eine Whiskymesse geht, behandelt den Tag am besten als Verkostungstag und nicht als Trinktag: Die Proben werden in ruhigem Tempo probiert, bei Bedarf ausgespuckt, dazu gibt es Wasser und regelmäßig etwas zu essen, kurze Notizen, direkte Vergleiche zwischen zwei Flaschen, eine sichere Heimfahrt und Kaufentscheidungen erst danach. Gleich drei deutsche Messen finden diesen Herbst statt, von der AQUAVITAE in Mülheim an der Ruhr am 24. und 25. Oktober bis zur InterWhisky in Wiesbaden vom 20. bis 22. November, sodass genug Zeit zur Vorbereitung bleibt.
Das Wichtigste
Messeproben sind klein, summieren sich über einen Tag aber schnell. Ein gleichmäßiges Tempo zählt deshalb mehr als die Zahl der besuchten Stände.
Ausspucken ist beim Verkosten ganz normal, und Wasser sowie eine richtige Mahlzeit helfen, einen klaren Kopf zu behalten.
Wie Token, Eintrittspakete und Ausschankmengen funktionieren, lässt sich vorab auf der Seite der Messe nachlesen, bevor man sich anstellt.
Kurze Notizen und ein paar Flaschen im direkten Vergleich bringen mehr als eine lange Liste flüchtiger Schlucke.
Die Heimfahrt wird zuerst geplant, und nach dem Trinken wird nicht gefahren. Gekauft wird erst danach, wenn die Notizen den ersten Eindruck bestätigen.
Tipp: Drei oder vier Flaschen, die man unbedingt probieren möchte, schon vor der Anreise festlegen und diese Stände zuerst ansteuern, solange der Gaumen frisch ist. Alles Weitere ist ein Bonus.
Ein ruhiges Tempo und das Ausspucken halten den langen Tag angenehm
Whisky auf einer Messe wird meist mit 40 % Vol. oder mehr abgefüllt, und viele Flaschen liegen deutlich darüber. Jede Probe ist klein, doch die Wirkung summiert sich über mehrere Stunden. Die meisten Messeratgeber geben denselben Rat: langsam angehen, bei Bedarf einen Rest im Glas lassen und nicht versuchen, jeden Stand zu schaffen.
Ausspucken ist bei professionellen Verkostungen üblich, und Aussteller rechnen in der Regel damit, dass manche Besucher es tun. Es ist eine persönliche Entscheidung. Viele Messen stellen Spucknäpfe oder Eimer bereit, und wer keinen sieht, fragt einfach am Stand nach. Auch den letzten Schluck einer Probe auszukippen, ist völlig in Ordnung.
Wasser und Essen sind genauso wichtig wie der Whisky
Zwischen den Proben gehört ein Glas Wasser dazu, und vor dem Messebesuch eine richtige Mahlzeit. Mehrere Messeratgeber empfehlen, vor und während der Veranstaltung zu essen, denn ein voller Magen verlangsamt die Wirkung des Alkohols, und ein schlichter Snack hilft dem Gaumen, sich wieder zu neutralisieren. Viele Messen verkaufen Essen oder haben Gastronomie in der Nähe, doch ein Blick auf die Seite des Veranstalters zeigt, womit man rechnen kann.
Wasser hat am Stand noch einen zweiten Nutzen. Ein paar Tropfen können einen kräftigeren Whisky öffnen, und wer das Glas zwischen zwei Proben mit Wasser ausspült, verhindert, dass ein Dram den nächsten färbt. Mehr dazu in unserem Beitrag darüber, was Fassstärke bedeutet.
Token und Ausschank funktionieren auf jeder Messe anders
Messen organisieren ihre Verkostungen unterschiedlich. Manche verkaufen Token oder Verkostungsgutscheine, die pro Probe abgegeben werden, bei anderen ist eine feste Zahl an Proben im Ticket enthalten, und manche Aussteller schenken an ihrem Stand frei aus. Die Veranstalter der AQUAVITAE geben an, dass nicht ausverkaufte Tastings vor Ort am Infopoint am Haupteingang gebucht werden können, und der Augsburger Whiskysalon verkauft Vorverkaufstickets über Eventim. Wie es auf der eigenen Messe genau funktioniert, steht auf deren Ticketseite, am besten vor der Anreise lesen.
Die Ausschankmengen sind meist klein. Ist eine Portion größer als gewünscht, lässt sich auch weniger bestellen. Seltene oder teure Flaschen kosten manchmal mehr Token als eine Standardabfüllung, daher lohnt sich ein Blick vorher. Laut dem Eintrag auf messen.de ist der Zutritt zum Augsburger Whiskysalon Besuchern ab 18 Jahren vorbehalten.
Kurze Notizen machen den Tag danach nützlich
Ein Smartphone oder ein kleines Notizbuch genügt. Nach jeder Probe werden der Flaschenname, die Stärke und ein paar einfache Worte notiert, etwa rauchig, süß oder trocken, dazu eine einfache Bewertung oder ein Häkchen, wenn die Probe gefallen hat. Kurze Notizen lassen sich leicht durchhalten, und sie zählen später, wenn die Details eines Tages mit vielen Proben zu verschwimmen beginnen.
Zusätzlich lohnt sich ein Foto von jedem Etikett. So muss man den genauen Namen, das Alter und die Abfülldaten nicht abschreiben, und die spätere Suche nach der Flasche wird deutlich einfacher.
Zwei Flaschen im direkten Vergleich lehren mehr als ein einzelner Schluck
Am schnellsten findet man heraus, was einem schmeckt, indem man zwei verwandte Flaschen direkt nacheinander probiert. Dazu zwei Proben beim Aussteller erbitten und die Gläser nebeneinanderstellen. Drei Vergleiche zeigen, wie unterschiedlich solche Paare sein können.
Kilkerran 12 Years Old und Springbank 10 Years Old sind beide Campbeltown Malts mit 46 % Vol., sodass sich der Unterschied im Stil besser erkennen lässt als der in der Stärke. Auf der Kilkerran Seite ist eine Mischung aus rund 70 % Bourbon und 30 % Sherryfässern angegeben.
Glenfarclas 105 Cask Strength ist mit 60 % Vol. abgefüllt. Neben einem Malt mit 46 % Vol. zeigt sich, wie die Stärke das Erlebnis verändert, und ein paar Tropfen Wasser verdeutlichen, wie er sich öffnet.
St. Kilian Signature Edition Fifteen ist ein deutscher Single Malt mit 53,3 % Vol., der auf seiner Spiritory Seite mit Lagerfeuerrauch, Gewürzen und dunkler Kirsche beschrieben wird.
Sinnvoll ist es, mit leichteren, weniger starken Whiskys zu beginnen und getorfte oder fassstarke Abfüllungen für später aufzuheben, weil kräftige Aromen den Gaumen überlagern können. Manche Verkoster probieren eine seltene Flasche lieber früh, solange der Gaumen frisch ist. Entscheidend ist, was zum eigenen Plan passt.
Die Heimreise planen, bevor der erste Dram eingeschenkt wird
Nach einer Whiskymesse wird nicht Auto gefahren. In Deutschland gelten strenge Alkoholgrenzen für Fahrer, und die sicherste Regel ist einfach: Wer probieren möchte, lässt das Auto zu Hause, bucht Bahn oder Taxi oder verabredet einen nüchternen Fahrer. Der ADAC erklärt, dass Fahren mit 0,5 Promille oder mehr eine Ordnungswidrigkeit ist und dass für Fahrer unter 21 Jahren sowie für Fahranfänger in der Probezeit ein absolutes Alkoholverbot gilt. Das Bundesverkehrsministerium bestätigt das Verbot für Fahranfänger und junge Fahrer. Beide Stellen veröffentlichen die aktuellen Regeln auf ihren Websites, die vor der Fahrt geprüft werden sollten.
Auch die Öffnungszeiten helfen bei der Planung der Rückreise. Die folgenden Daten und Zeiten stammen von den Seiten der Veranstalter der AQUAVITAE und des Augsburger Whiskysalons sowie von der InterWhisky Website für Wiesbaden.
Whiskymessen in Deutschland im Herbst 2026
AQUAVITAE, Mülheim an der Ruhr. Samstag, 24. Oktober, 12:00 bis 19:00 Uhr, und Sonntag, 25. Oktober, 11:00 bis 18:00 Uhr, in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr, Theodor-Heuss-Platz 1.
Augsburger Whiskysalon & Spirits, Augsburg. Freitag, 30. Oktober, 17:00 bis 23:00 Uhr, und Samstag, 31. Oktober, 16:00 bis 22:00 Uhr, im Kongress am Park Augsburg, Gögginger Straße 10. Von den drei Messen ist sie die nächstgelegene zu München.
InterWhisky, Wiesbaden. 20. bis 22. November 2026. Laut Website findet die Messe seit 2024 im Kurhaus Wiesbaden statt, den Veranstaltungsort und die Öffnungszeiten für 2026 nennt sie jedoch nicht, daher vor der Planung dort nachsehen.
Daten und Zeiten können sich ändern, deshalb vor der Reise auf der Seite des Veranstalters bestätigen. Die Whisky & Tobacco Days in Hofheim am Taunus, die früher im Herbst stattfanden, sind laut ihren Veranstaltern beendet, eine Reise dorthin lohnt also nicht.
Erst danach kaufen, damit die Notizen für sich sprechen
Eine Messe ist darauf ausgelegt, Flaschen verlockend wirken zu lassen. Ein bis zwei Tage Abstand vor dem Kauf helfen. Dann die Notizen lesen, die Etikettenfotos ansehen und sich fragen, welche Whiskys man noch immer wählen würde. Preise und Verfügbarkeit schwanken, deshalb lohnt sich ein Vergleich vor der Entscheidung, und bei Flaschen, die mit dem Argument verkauft werden, sie seien bald weg, ist Vorsicht angebracht.
Spiritory ist ein Marktplatz für Whisky und Spirituosen mit Gebots- und Angebotssystem, ansässig in München und mit Versand innerhalb der EU. Käufer zahlen 3 % Käuferschutzgebühr zuzüglich Versand. Wer nach den Notizen auch eine Verkostung in München sucht, findet in unserem Beitrag über die besten Whiskyverkostungen in München im Herbst 2026 weitere Möglichkeiten.
Tipp: Eine kurze Liste mit den drei Flaschen schreiben, die am besten gefallen haben, samt dem Preis, den man gern zahlen würde. Mit einer festen Zahl im Kopf fallen spätere Entscheidungen ruhiger.
FAQ
Wie viele Whiskys sollte ich auf meiner ersten Messe probieren?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die Proben sind klein, summieren sich aber, deshalb raten die meisten Ratgeber, ein paar Prioritätsflaschen zu wählen, langsam vorzugehen und zwischen den Proben Wasser zu trinken. Aufhören ist angesagt, sobald der Gaumen müde wird.
Ist es unhöflich, Whisky auf einer Messe auszuspucken?
Nein. Ausspucken ist beim Verkosten normal, und Aussteller rechnen in der Regel damit. Viele Messen stellen Eimer bereit, und wer keinen sieht, kann danach fragen.
Braucht man auf einer Whiskymesse Token?
Das hängt von der Messe ab. Manche arbeiten mit Token oder Gutscheinen, bei anderen sind Proben im Ticket enthalten, und manche Aussteller schenken frei aus. Am besten vorher die Ticketseite der Messe lesen.
Welche Whiskymessen finden im Herbst 2026 in Deutschland statt?
Die AQUAVITAE in Mülheim an der Ruhr läuft am 24. und 25. Oktober. Der Augsburger Whiskysalon & Spirits findet am 30. und 31. Oktober statt, und die InterWhisky in Wiesbaden vom 20. bis 22. November.
Darf ich nach einer Whiskymesse noch selbst nach Hause fahren?
Die sicherste Antwort lautet nein. Fahren mit 0,5 Promille oder mehr ist eine Ordnungswidrigkeit, und Fahrer unter 21 Jahren sowie Fahranfänger dürfen laut ADAC gar keinen Alkohol trinken. Bahn, Taxi oder ein nüchterner Fahrer sollten vor der Messe feststehen.
- Das Wichtigste
- Ein ruhiges Tempo und das Ausspucken halten den langen Tag angenehm
- Wasser und Essen sind genauso wichtig wie der Whisky
- Token und Ausschank funktionieren auf jeder Messe anders
- Kurze Notizen machen den Tag danach nützlich
- Zwei Flaschen im direkten Vergleich lehren mehr als ein einzelner Schluck
- Die Heimreise planen, bevor der erste Dram eingeschenkt wird
- Erst danach kaufen, damit die Notizen für sich sprechen
- FAQ
Über den Autor

Max Rink
I’m a whisky enthusiast and aspiring writer, exploring new flavours and the stories behind every bottle.
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